2. Das Stamm- und Lautprinzip

"aufwendig" oder "aufwändig"?

In der Schulung "Neue Rechtschreibung" behandeln wir auch die komplexe Beziehung zwischen Lauten und Buchstaben in der schriftlichen Sprache. Konsequent so zu schreiben, wie wir sprechen, würde unser Schreiben zwar grundsätzlich sehr vereinfachen, würde aber auch einen erheblichen Eingriff in unser vertrautes Schriftbild bedeuten. Radikale Neufassungen wurden daher verworfen und nur einige Regeländerungen im sog. Stamm- und Lautprinzip vorgesehen.

In unserem Rechtschreib-Seminar behandeln wir die Schreibung von bestimmten Ableitunden von a auf ä bzw. von au auf äu.

Früher gab es hier eine eher willkürliche Schreibung (Hand: Händchen, aber: behende), heute konzentrieren wir uns auf den Wortstamm und passen die Ableitungen dementsprechend an. Von dieser Anpassung ist im Ganzen nur eine Liste mit ca. 14 Wörtern betroffen:
- behände
- belämmert
- (Schuh-)Bändel
- Gämse
- Quäntchen
- Stängel
- überschwänglich
- aufwendig / aufwändig
- Schenke / Schänke
- ein-/verbläuen
- Gräuel, gräulich
- schnäuzen


Es gibt hier eine (nachvollziehbare) Ausnahme: Eltern schreibt man weiterhin mit e, obwohl die Ableitung von alt - älter - die Älteren kommt.

"Tip" oder "Tipp"?

Im Rechtschreib-Seminar behandeln wir auch ist die Schreibung von Doppelkonsonanten, bei der die Ableitungen ebenfalls dem Wortstamm folgen:
-Ass (Asse)
- frittieren (Fritte)
- nummerieren (Nummer)
- platzieren (Platz)
- Stopp (stoppen)
- Stuckateur (Stuck)
- Tipp (tippen)
- Tollpatsch (toll)


Es gibt hier zwar eine Reihe von Ausnahmen, in erster Linie einsilbige Wörter aus dem Englischen (fit, Trip, Job, Gag, Club, aber auch Bus), doch im Großen und Ganzen macht die neue Rechtschreibung Schluss mit vielen nicht nachvollziehbaren Schreibungen.